11.06.2011 | Stadion Viktoria | Druhá Liga


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Start der Sommerpause in den meisten Ligen Europas und die „allgemeine Verzweiflung“, aufgrund der bevorstehenden fußballlosen Zeit, nimmt zu. Zu Auswahl stand nur Schweden, Norwegen, Dänemark (U21 Europameisterschaft) und Tschechien mit dem letzten Spieltag der 2.Liga (Druhá Liga).Da Tschechien, insbesondere Prag, auf Grund der Attraktivität, Bierpreise und örtlichen Nähe sofort ins Auge fiel, war die Entscheidung schnell getroffen. Auch war es, mit diesem Reiseziel, möglich den gescholtenen Geldbeutel doch wenigstens etwas schonen.Als mein Vorhaben “die Runde machte“, fühlten sich Robert und Christian sofort angesprochen, sodass eine unterhaltsame Tour garantiert war. Nachdem eifrig alle Reisemöglichkeiten (Bahn, Bus, Mietwagen) geprüft worden waren, entschieden wir uns für die An- und Abreise per Bus, welcher mit moderaten Preisen lockte.

Als Unterkunft wurde ein kleines, aber feines Hotel im Prager Randbezirk „Praha 14“ auserkoren. Bereits früh am Morgen machte sich unsere „Reisegruppe“ auf den Weg in Richtung des ZOB am Funkturm. Am Bahnhof Charlottenburg wurde sich noch kurz mit ein paar Getränken eingedeckt und schon standen wir an der Bushaltestelle. Der Bus startete auch auf die Minute genau und nur wenige Minuten später begaben wir uns in das Reich der Träume. Erst ab Dresden, wo wir auch einige Schriftzüge der SGD erspähen konnten, waren wir wieder voll auf dem Dampfer. Die Fahrt entlang der Elbe wusste doch sehr zu gefallen und so wuchs die Vorfreude immer mehr. In Prag, am Busbahnhof Florenc, angekommen hatte ich erstmals immense Orientierungsprobleme, was sich auch auf unsere Nerven und den Zeitplan ausschlug. Während unseres Fußmarsches, in die falsche Richtung wohlgemerkt, bestätigte sich beim Blick auf die Wechselkurse, was Robert schon vorab aufgefallen war: Ich hatte mich beim Geldwechsel in Deutschland ordentlich verarschen lassen. :-[ Die Anfahrt zum Hotel gestalteten wir dann per Straßenbahn, welche unweit vom Hotel entfernt, hielt und DAS Verkehrsmittel unseres Aufenthaltes wurde. Ich glaube Robert brachte sämtliche Fahrten unseres Aufenthaltes „on the jib“ über die Runden. Wie bereits oben erwähnt wusste unser gebuchtes Hotel sehr zu gefallen und die Rezeptionistin welche nah am Prädikat „Traumfrau“ lag, trug ihr möglichstes dazu bei.

Auch bei unserer Bitte das Reisebudget etwas zu schonen, konnte uns die Dame erfolgreich weiterhelfen. Ihre Empfehlungen und Vorschläge für Sightseeing und Abendgestaltung waren auch perfekt. Danke dafür. :-)
Als wir durch die Aussage: „Die Gäste des Clubs sind dort normalerweise etwas jünger als Ihr, so zwischen 20 und 25“ mitbekamen, dass uns die Werte Dame weitaus älter schätzte, könnten wir uns ein schmunzeln nicht verkneifen. Der Laden, welcher mit seinen 5 Ebenen zu den größten Discos Europas zählt, war dann auch der Knaller.
Ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass wir für 120Kr. Eintritt mehrere Stunden genial zu elektronischen Klängen abgegangen sind. Beim Thema Sightseeing konnte Prag mit seinen überschaubaren aber Interessanten Highlights auf jeden Fall überzeugen, sodass Robert seine Kamera wiedermal gut strapazierte. „Pražský hrad“ (die Prager Burg) bei Nacht ist absolut empfehlenswert. Ohne dass irgendeine Langeweile aufkam wurden die Tage genutzt, viele Orte besucht, bis die Socken qualmten.
Ebenso konnte ein kleines aber feines 3-Gang-Menü genossen werden. Dies war auf jeden Fall eine adäquate Alternative zu dem üblichen McD-Zeug, welches hier absolut ungenießbar schmeckte.
Einzig die Arbeitsmoral eines Mitarbeiters konnte für etwas Ablenkung sorgen. Dieses wunderbare Exemplar seiner Zunft war nur am umherlaufen zwischen Personalbereich und Restaurant ohne auch nur einmal etwas zu räumen oder zu reinigen.

Während unseres gesamten Aufenthaltes schaffte er es so sich jeweiliger Anstrengung zu entziehen. Zum krönenden Abschluss machte er sich dann auch noch, auf der Straße gelegene Veranda, lang. Sein Auftritt war somit komplett. Für den vorletzten Reisetag stand somit der Besuch des Heimspiels von FK Viktoria Zizkov (2.Platz) gegen den FC Hlucin (16.Platz) an. Am letzten Spieltag der Druhá Liga sollte das Match um 17:00 Uhr im Stadion Viktoria angepfiffen werden. Die Spielstätte wurde von uns erst kurz vor Anpfiff erreicht und an der Kasse liefen wir sofort weiteren Deutschen über den Weg. Es waren am Ende wohl 10 Personen, unter den ca. 800 Zuschauern, uns eingeschlossen.Der Eintrittspreis von 80Kr. war sehr überschaubar und schon wenige Sekunden später standen wir im Inneren des kleinen, aber feinen Stadions. 5200 Plätze beträgt das Fassungsvermögen der Spielstätte, welche aus 3 neueren Stahlrohrtribünen und einer schönen alten Haupttribüne besteht. Zum Einlauf der Mannschaften gab es ein kleines Kassenrollen-Intro der 60 Viktoria Zizkov Supporter, welche sich auf der Stahlrohrtribüne hinter dem Tor formierten. Auch eine kleine Blockfahne und 4 Zaunfahnen waren am Start. Die Anhänger des Heimteams legten, obwohl der fehlenden Gäste, einen durchgängigen Support hin. Durch laute Schlachtrufe und gemeinsame Klatscheinlagen konnte die nun oberkörperfrei agierende Gruppe immer wieder auf sich aufmerksam machen. Aufgrund der vor dem Block positionierten Feuerwehr hoffte ich während des Spiels auf eine kleine Pyroaktion, welche jedoch erst lange nach Schlusspfiff stattfand. Nachdem das Heim-Team schnell in Rückstand geraten war, schaffte die Mannschaft in der 70. Minute den Ausgleich und hatte kurz vor Abpfiff reihenweise Großchancen zum Sieg, welche allesamt vergeben wurden. Somit änderte sich am Spielstand nichts mehr. Das Resultat von 1:1 hat zur Folge, dass ich bei meinen europäischen Spielbesuchen weiterhin von einem torlosen Unentschieden verschont blieb. Nach dem der Schiedsrichter die Begegnung beendet hatte, machten wir uns, für eine kurze Verschnaufpause, zügig auf den Rückweg zum Hotel.

Der erlebnisreiche Tag hatte bei uns doch deutliche Spüren hinterlassen. Am Abreisetag wurde die Check-out Zeit erfolgreich überzogen, sodass ausschlafen angesagt war. Die Rückfahrt war wieder sehr entspannt, nur das kleine Grüppchen von anwesenden Dresdnern stellten die Nerven auf eine harte Zerreißprobe. An der Grenze stand noch die Teilnahme an einer ausgiebigen Passkontrolle des deutschen Zoll auf dem Plan, welches unsere Ankunft in Berlin um ca. 45 Minuten verlängerte. Erschöpft aber Zufrieden erreichten wir gegen Mittenacht Heimnische Gefilde.